DIVERSIFIKATION
Drei Marktfaktoren, auf die Anleger in diesem Sommer achten sollten
Für einen weiterhin positiven Marktausblick sprechen aus unserer Sicht drei Faktoren: das robuste Wachstum der Weltwirtschaft, die robuste Entwicklung der Unternehmensgewinne und positive strukturelle Trends. Die starke Konzentration vieler Anleger auf das Thema Künstliche Intelligenz (KI) erscheint nach den erzwungenen Verkäufen einiger Marktteilnehmer im Juli weniger ausgeprägt. Gleichzeitig haben erneute Gespräche mit dem Iran die kurzfristigen Risiken für die Ölversorgung verringert. Geopolitische Risiken, Konzentrationsrisiken und Inflationsrisiken bleiben jedoch bestehen. Aus unserer Sicht sollten Anleger grundsätzlich am Markt investiert bleiben, dabei aber selektiv vorgehen und sorgfältig diversifizieren.
Die wichtigsten Erkenntnisse
• KI bleibt ein langfristiges strukturelles Wachstumsthema. Die jüngste Marktkorrektur werten wir nicht als Zeichen dafür, dass der KI-Investitionszyklus an Dynamik verliert. Robuste Unternehmensgewinne unterstützen unseres Erachtens weiterhin US-Aktien und Aktien aus Schwellenländern.
• Eine weitere Eskalation im Nahen Osten könnte die Risiken in Bezug auf Ölpreise und Inflation rasch wieder beleben, insbesondere in importabhängigen Ländern Asiens und Europas. Umgekehrt sollten diese Volkswirtschaften am stärksten von einer dauerhaften Wiederöffnung der Straße von Hormus profitieren.
• Ein erheblicher Teil des Inflationsrisikos dürfte bereits in den Anleihenbewertungen berücksichtigt sein. Daher schätzen wir Staatsanleihen weiterhin leicht positiv ein - trotz des Risikos einer länger anhaltenden Stärke des US-Dollars.
Im Sommer kommt es an den Finanzmärkten häufig zu verstärkter Volatilität, und auch in diesem Jahr gibt es zahlreiche mögliche Auslöser für verstärkte Schwankungen.
Drei Themen stehen derzeit besonders im Anlegerfokus: die Erwartungen bezüglich der Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI), der anhaltende Konflikt im Nahen Osten und die Frage, wie die Zentralbanken auf den daraus entstehenden Inflationsdruck reagieren werden.
Für Multi Asset-Anleger geht es dabei weniger darum, ob diese Risiken relevant sind. Entscheidend ist vielmehr, in welchem Umfang sie bereits in den Marktpreisen berücksichtigt sind.
Solides Wirtschaftswachstum, außergewöhnlich robuste Unternehmensgewinne und positive technische Trends sorgen für ein günstiges Umfeld. Unser Ausblick ist nach wie vor zuversichtlich, aber nicht sorglos: Anleger sollten am Markt investiert bleiben, jedoch beim Eingehen von Risiken wählerisch sein und zugleich auf sorgfältige Diversifikation achten.
1. Künstliche Intelligenz (KI): Hält die Investitionsdynamik an?
Wir betrachten KI weiterhin als ein dauerhaftes strukturelles Wachstumsthema und sehen die jüngste Marktkorrektur nicht als Hinweis darauf, dass der Investitionszyklus an Dynamik verliert. Der Kursrückgang bei Aktien von Chip- und Speicherherstellern ergab sich vielmehr aus der Neubewertung künftiger Cashflows und Zwangsverkäufen aus gehebelten Positionen. Die Auslöser der Korrektur reichten von südkoreanischen Privatanlegern bis hin zu konzentrierten institutionellen Portfolios. Die Kreditaufnahme zur Finanzierung von Investitionen in ETFs liegt insbesondere in Südkorea weiterhin auf einem historisch hohen Niveau, wenn auch unter den jüngsten Höchstständen. Das sorgt zwar für eine bereinigtere Marktausgangslage. Dennoch könnten starke Kursbewegungen bei Einzelwerten und konzentrierten Positionen weiterhin zu verstärkten Schwankungen beitragen.
Dieser Zeitraum hat zudem gezeigt, dass Anleger mit den offensichtlichsten Profiteuren des KI-Booms nicht zwangsläufig das gesamte Potenzial des Themas ausschöpfen. Mit der Ausweitung KI-bezogene Investitionen dürften sich Chancen entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette eröffnen, von Halbleitern bis hin zu Anwendungen.
Vor diesem Hintergrund bevorzugen wir in Multi Asset-Portfolios US-Aktien und Schwellenländeraktien. Die Unternehmensgewinne und Gewinnrevisionen entwickeln sich weiterhin außergewöhnlich gut, während die technischen Trends intakt sind. In Südkorea und Taiwan sind die KI-bezogenen Gewinntrends besonders ausgeprägt. Gleichzeitig dürfte der Abbau gehebelter Positionen zu einer stabileren Entwicklung beitragen.
Auch Titel außerhalb des KI-Bereichs lassen sich zur Diversifikation von Portfolios nutzen. Finanzwerte erscheinen auf beiden Seiten des Atlantiks attraktiv, während europäische Unternehmen aus dem Rohstoffsektor zusätzlich zyklisches Potenzial bieten. Die zunehmende Marktbreite ermöglicht es Anlegern, von einem günstigen Aktienmarktumfeld zu profitieren, ohne sich auf die am stärksten gefragten KI-Titel zu beschränken.
2. Nahostkonflikt: Ist das Ölrisiko wirklich verschwunden?
Die Risiken im Nahen Osten sind in den vergangenen Jahren mehrfach aus dem Fokus der Anleger geraten, nur um kurze Zeit später wieder in den Vordergrund zu rücken.
Über den Ölpreis wirken sich Spannungen in der Region besonders schnell auf die Finanzmärkte aus. Die weitgehende Schließung der Straße von Hormus entzog den üblichen Handelswegen erhebliche Angebotsmengen. Dennoch stiegen die Ölpreise weniger stark als befürchtet. Gründe hierfür waren geringere chinesische Importe, vorhandene Lagerbestände, alternative Transportwege und die zunehmende Erwartung einer diplomatischen Lösung.
Gespräche mit dem Iran haben die Sorgen der Märkte zwischenzeitlich etwas gedämpft. Die Ölpreise sind deutlich von ihren Höchstständen zurückgekommen. Dennoch bleibt die Lage fragil, da sowohl die Energieinfrastruktur als auch die Straße von Hormus weiterhin mögliche Krisenherde darstellen. Zusätzlicher Druck entsteht bei Raffinerieprodukten, unter anderem aufgrund begrenzter Lieferungen aus dem Nahen Osten und ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien.
Eine weitere Eskalation des Konflikts oder anhaltende Bedrohungen der Schifffahrt könnten die Preise für Rohöl, Frachtgüter und Raffinerieprodukte steigen lassen. Besonders anfällig wären importabhängige Länder in Asien und Europa. Umgekehrt würde eine dauerhafte Wiederöffnung der Straße von Hormus mit normalisierten Lieferströmen den Inflationsdruck verringern und diesen Volkwirtschaften besonders zugutekommen.
3. Zinsen: Wie viel Inflationsrisiko ist bereits eingepreist?
Hohe Ölpreise können den Inflationsdruck verstärken. Das lenkt den Blick verstärkt auf die Frage, wie der neue Vorsitzende der US-Notenbank, Kevin Warsh, reagieren wird.
Seine Entscheidung, die Zinsen auf der Juli-Sitzung unverändert zu lassen, führte dazu, dass die Staatsanleihenrenditen auf Niveaus nahe ihren Höchstständen seit fast zwei Jahrzehnten stiegen. Anleger trennten sich von langlaufenden Anleihen aufgrund der Sorge, dass die Notenbank bei der Inflationsbekämpfung ins Hintertreffen geraten könnte.
Die fortlaufende geldpolitische Debatte innerhalb der Fed, neue Entwicklungen im Nahostkonflikt sowie die Unsicherheit hinsichtlich einer langfristigen Lösung bleiben Risiken für Anleihen. Gleichzeitig spiegeln die aktuellen Renditen und die Neubewertung nach der jüngsten Fed-Sitzung aus unserer Sicht bereits einen bedeutenden Teil der Inflationsrisiken wider. Deshalb behalten wir eine leicht positive Einschätzung zu Staatsanleihen bei, insbesondere in Europa. Allerdings könnte ein erneuter Anstieg der Preise von Öl oder Raffinerieprodukten dazu führen, dass sich der Inflationsdruck nur mit Verzögerung abschwächt.
Zugleich bleibt die Wirtschaft widerstandsfähig, und die Unternehmensgewinne sind außergewöhnlich stark. Daher halten wir Anlagen in Unternehmensanleihen weiterhin für attraktiv, insbesondere bei Emittenten höherer Qualität.
Fazit für Anleger: Vorsichtig, aber nicht sorglos
Im Sommer benötigen die Finanzmärkte nicht unbedingt einen einzelnen Schock, um unruhig zu werden. Die Konzentration auf das Thema KI, geopolitische Ölpreisrisiken und die Unsicherheit über den Kurs der Zentralbanken können jeweils für Turbulenzen sorgen. Die jüngsten Entwicklungen deuten jedoch auf ein günstigeres Marktumfeld hin: Gehebelte Positionen im KI-Bereich wurden reduziert, Unternehmensgewinne und Gewinnrevisionen sind weiterhin solide, technische Trends sind intakt und der unmittelbare Ölpreisschock scheint nachgelassen zu haben.
Aus unserer Sicht sprechen die aktuellen Marktbedingungen eher für das selektive Eingehen von Risiken als für einen generellen Rückzug aus den Märkten. Die zentralen Risiken rund um die Anlegerpositionierung in Bezug auf KI, sowie den Ölpreis und die Inflation bestehen zwar weiterhin. Jedoch scheint ein Großteil dieser Unsicherheiten inzwischen weitgehender in den Marktpreisen berücksichtigt zu sein. Daher bleiben wir für risikobehaftete Anlagen optimistisch und bevorzugen insbesondere Aktien aus Schwellenländern. Gleichzeitig halten wir eine sorgfältige Diversifikation für entscheidend, um Portfolios gegen erneute geopolitische Überraschungen oder Inflationsschocks abzusichern.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) übersetzt und anschließend geprüft. Übersetzungsfehler oder Auslassungen können jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Originalversion des Artikels finden Sie hier: Three market triggers to watch this summer