ROBUSTE ERTRÄGE
Es ist an der Zeit für europäische High Yield Anleger, eine globale Ausrichtung in Betracht zu ziehen
Für europäische High-Yield-Anleger wird es immer schwieriger, die Argumente für eine globale Ausrichtung zu ignorieren. Da Wachstum, Inflation und geldpolitische Ausrichtung regional divergieren, bietet ein breiteres Anlageuniversum Anlegern mehr Freiheit, die besten Chancen zu nutzen.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein globaler Investmentansatz in Hochzinsanleihen kann europäischen Anlegern Diversifizierung, Skaleneffekte und Flexibilität bieten, um von regionalen Unterschieden bei Wachstum, Zinsen und (Geld- und Wirtschafts-)Politik zu profitieren.
- US-Hochzinsanleihen sind unseres Erachtens besonders attraktiv, da dieser Markt weniger anfällig für energiebedingte Inflation ist als Europa.
- Sinkende Absicherungskosten machen den globalen Hochzinsmarkt zu einer attraktiven Alternative für High Yield Anleger.
Für Kunden, die nach einer attraktiven langfristigen Allokation innerhalb von Hochzinsanleihen suchen, ist unserer Ansicht nach ein globaler Ansatz einem rein europäischen Ansatz überlegen. Ein regionales Mandat beschränkt das Anlageuniversum auf einen Markt und eine dominante Währung, während eine globale Strategie den Zugang zu den USA, Europa, Großbritannien und den Schwellenländern eröffnet. Der Unterschied ist erheblich: Das globale Hochzinsanleiheuniversum hat einen Wert von rund 2,4 Billionen US-Dollar – etwa das Fünffache des europäischen Hochzinsanleiheuniversums.
Die Aufnahme von US-Hochzinsanleihen in europäische Portfolios könnte im aktuellen Umfeld besonders vorteilhaft sein, da die USA offenbar weniger stark vom Energiepreisschock betroffen sind als Europa. Ist es jetzt an der Zeit für europäische High Yield Anleger, global zu investieren?
Europa ist stärker von der Iran-Krise betroffen als die USA
Die Lage im Nahen Osten bleibt unbeständig; es zeichnen sich jedoch einige Auswirkungen ab, die sich wahrscheinlich auf die Fundamentaldaten von Unternehmen auswirken werden. Steigende Energiepreise haben sich bereits weltweit auf die Inflation ausgewirkt, und obwohl die Ölpreise ihren Höchststand offenbar überschritten haben, gehen wir davon aus, dass sie wahrscheinlich über dem Vorkriegsniveau bleiben werden. Produktionskapazitäten sind verloren gegangen, und ihr Wiederaufbau wird Zeit in Anspruch nehmen.
Diese Belastungen werden in Europa und Asien am stärksten zu spüren sein, da diese Regionen stärker von Energieimporten abhängig sind als die USA. Höhere Energiepreise wirken sich auch auf die Kosten für Düngemittel und Pestizide aus und erhöhen den Druck auf die Lebensmittelpreise. Wir stellen fest, dass die Fundamentaldaten von Unternehmen weltweit weiterhin recht solide sind, und wir erwarten keinen raschen Anstieg der Ausfallraten, glauben jedoch, dass sich die Dynamik in Europa eher negativ entwickeln wird als in den USA - innerhalb derselben Ratingkategorien.
Natürlich sind auch die USA nicht immun gegen Inflationsdruck. Wir gehen davon aus, dass die Zinsen weltweit hoch bleiben und möglicherweise weiter steigen werden. Die Verschuldungs- und Zinsdeckungsquoten in Europa und den USA sind weitgehend ähnlich, und bei einer durchschnittlichen Zinsdeckungsquote von etwa 4x besteht erheblicher Spielraum, höhere Refinanzierungskosten aufzufangen (Abbildung 1). Allerdings sind die anstehende Refinanzierungsvolumina in Europa bezogen auf das Marktvolumen größer als die der USA (Abbildung 2). Das bedeutet, dass europäische Unternehmen früher refinanzieren müssen, während sie gleichzeitig mit höheren Zinsen und schwächer werdenden Fundamentaldaten konfrontiert sind.
Abbildung 1: Verschuldungs- und Zinsdeckungsquoten in den USA und Europa
Quelle: Bank of America, Februar 2026. GLR = gross leverage ratio. ICR = interest coverage ratio.
Abbildung 2: Europäische Emittenten stehen vor einer größeren Refinanzierungsherausforderung als in den USA
Quelle: Bank of America, Februar 2026
Basierend auf dieser Analyse sind wir der Ansicht, dass die USA für Anleger in Hochzinsanleihen derzeit attraktiver sind als Europa. Auch Teile der lateinamerikanischen und afrikanischen Märkte könnten von höheren Energiepreisen profitieren; allerdings ist die Größe dieser Märkte deutlich geringer als die der USA.
Angesichts unserer Erwartung eines inflationären Umfelds ist es erwähnenswert, dass Hochzinsanleihen als Anlageklasse in allen Regionen von Inflation profitieren können. Wenn Inflation beispielsweise die nominalen Erträge der Emittenten stützt, während die Verschuldung unverändert bleibt, kann dies einen schnelleren Schuldenabbau ermöglichen. Darüber hinaus könnten steigende Gesamtrenditen den Drang zu Aktien und weniger liquide Anlageklassen reduzieren, was wiederum dem Hochzinsanleihemarkt technische Unterstützung bieten kann.
Globale Hochzinsanleihen ermöglichen es Anlegern, die besten Chancen zu nutzen
Abbildung 3: Vergleich der Credit-Spreads in den Hochzinsanleihemärkten
Quelle: ICE, 30. April 2026. EUR-äquivalente Werte, unter Verwendung einer einjährigen Cross-Currency-Spread Matrix. Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen. YTW = Yield to Worst. Diese Entspricht der niedrigsten potenziellen Rendite, die ein Anleger bei einem Erwerb der Anleihe zum aktuellen Kurs theoretisch bis zur Fälligkeit erzielen kann, sofern man einen Zahlungsausfall des Emittenten ausschließt. Die Yield-to-Worst wird mit Hilfe von Annahmen für die ungünstigste mögliche Entwicklung ermittelt: Die Rendite wird für den Fall berechnet, dass die ungünstigsten Szenarien (mit Ausnahme eines Zahlungsausfalls) eintreten, d.h. vorzeitige Rückzahlung, Kündigung oder Tilgung durch den Emittenten. Es wird davon ausgegangen, dass die Anleihen bis zur Fälligkeit gehalten und Zinserträge zu denselben Bedingungen reinvestiert werden. Die Yield-to-Worst ist als Portfolioeigenschaft anzusehen; insbesondere gibt sie nicht die tatsächlichen Fondserträge wieder. Dem Fonds in Rechnung gestellte Gebühren werden nicht berücksichtigt. Die Yield-to-Worst sagt daher keine Ergebnisse für die künftige Wertentwicklung eines Rentenfonds voraus.
Abbildung 4: Die Währungsabsicherungskosten von Dollar nach Euro sind gesunken
Quelle: Allianz Global Investors, Mai 2026. Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen.
Abbildung 5: Jährliche Wertentwicklung regionaler Hochzinsanleihemärkte
Quelle: Allianz Global Investors, Bloomberg, ICE Bank of America Merrill Lynch, Stand: 31.03.2026. Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen.